Plzeňské sympozia

Tereza Matějčková

Paradoxe der Autobiographik. Das moderne Ich – seine Verluste und Funde

S. 19–16 (tschechisch), 17–18 (deutsch)

Der Beitrag behandelt zwei bedeutende philosophische Konzepte von Subjektivität im 19. Jahrhundert. Jean-Jacques Rousseau gehört zwar in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, sein Begriff des Ich als einer authentischen Individualität, die sich schwer mit der Gesellschaft verträgt, hat aber im folgenden Jahrhundert viele Nachfolger gefunden. Ähnlich einflussreich war auch das Konzept von Friedrich Nietzsche, das symbolisch mit dem Bild der Häutung arbeitet und das Ich als eine Stärke oder Stabilität in uns selbst ablehnt. Beide Konzepte werden vor dem Hintergrund von Autobiographien präsentiert, in denen Reflexivität oder Selbstbefragung deutlich betont werden. Während in Rousseaus Les Confessions ein Ich konstruiert wird, ist in Nietzsches Ecce homo der Verfall eines Ich offenbar. Dieser Verfall steht dabei zum Ich in keinem Widerspruch, er ist seine Essenz allein – das heißt, das Ich ist erst an der Grenze seiner Existenz authentisch.


Schlüsselwörte: Authentizität, Jean-Jacques Rousseau, Friedrich Nietzsche

 

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