Plzeňské sympozia

Hana Mášová

Die Geisteskranken am Rande der Gesellschaft. Die Irrenanstalten

S. 241–252 (tschechisch), Resümee S. 253 (deutsch)

Die ersten Irrenanstalten in Prag und Brünn wurden im Rahmen der Direktiven Kaiser Josefs II. am Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. Von den Prinzipien der sogenannten humanen Heilmethoden Philippe Pinels und Jean-Étienne Esquirols in der Therapie der Geisteskranken ausgehend, wurde in den böhmischen Ländern die Errichtung weiterer Anstalten vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts realisiert, als die Notwendigkeit, dem erhöhten Bedarf der Unterbringung von Geisteskranken zu Rechnung zu tragen, nunmehr zu den Aufgaben der Landesverwaltungen gehörte. Manchmal wurden dafür bereits bestehende, bisher anderen Zwecken dienende Objekte umgebaut, jedoch auch neue Anstalten errichtet, die den Vergleich mit dem Standard in anderen Ländern standhielten. Trotzdem mussten sie die ganze Zeit hindurch mit dem steigenden Platzmangel ebenso kämpfen wie mit der grundsätzlichen Kritik an ihrer Existenz überhaupt. Die Irrenanstalten haben zur Entwicklung der Psychiatrie als wissenschaftliches Fach beigetragen, doch die Zweifel an ihrer therapeutischen Zweckmäßigkeit dauern in gewissem Sinne bis heute an.

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