Plzeňské sympozia

Petr Svobodný

Drei Generationen der Familie von Alois Klar – drei Phasen der Blindenfürsorge in Böhmen

S. 170–187 (tschechisch), Resümee S. 189 (deutsch)

Im ersten Teil seines Beitrags stellt der Autor eine Untersuchung der Blindenfürsorge im 19. Jahrhundert vor, und zwar im Rahmen der Konzepte der Eliminierung, Isolierung und Disziplinierung (die Objekte der Eliminierung usw. auf der einer Seite, die Ebenen der Eliminierung auf der anderen Seite); er weist auch auf die Ausgangspunkte der Untersuchung von Phänomenen wie Caritas, Philantropie und Altruismus hin. Im zweiten Teil werden drei Etappen der Blindenfürsorge in Böhmen analysiert, die zeitlich mit drei Generationen der Familie Klar übereinstimmen, und zwar aus dem Gesichtspunkt der sich entwickelnden Formen der Fürsorge und ihrer daraus hervorgehenden Erweiterung in der Anstalt (in den Anstalten) auf weitere Alterskategorien. In der ersten, mit der Tätigkeit von Alois Klar verbundenen Etappe (1807–1831), wird die Prager Privatanstalt für arme blinde Kinder am Hradschin behandelt, deren Hauptaufgabe die Vorbereitung der Kinder auf ihr künftiges selbständiges Leben war. Der Betrieb der Anstalt war mit der Heilanstalt des späteren Professors an der Medizinischen Fakultät der Karl-Ferdinand-Universität, Johann Nepomuk Fischer, des hervorragenden Ophtalmologen, verbunden. Nach dem Entwurf von Alois Klar aus dem Jahre 1831, in dem er die Blindenfürsorge auch für Erwachsene ausbaute, wurde im Jahre 1832 die Anstalt zur Versorgung und Beschäftigung erwachsener Blinder auf der Prager Kleinseite errichtet. Diese hat sich in den Jahren 1832–1860/73 nach dem Tod von Alois Klar unter der Leitung seines Sohnes Pavel Alois Klar weiter entwickelt, unter dem auch ein eigenes Gebäude auf der Stelle errichtet wurde, die heute seinen Namen (Klárov) trägt. Die dritte, mit dem Namen von Rudolf Maria Klar verbundene Etappe (er leitete die Anstalt 1873–1898), hat weitere änderungen in der Blindenfürsorge gebracht, nämlich die Erweiterung auf weitere Alterskategorien, für gewöhnlich in den neu gegründeten Zweigstellen bzw. selbständigen Institutionen (zu nennen ist vor allem das im Jahre 1893 gegründete, für Senioren bestimmte Francisco-Josephinum in Prag-Smíchov). Die mit den drei Generationen der Familie Klar verbundenen Anstalten waren erfolgreich, sie haben sich (z. B. baulich) entwickelt und eine wichtige Rolle in der Blindenfürsorge auch nach dem Tod ihres letzten Angehörigen und in der Zwischenkriegszeit gespielt.

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