Plzeňské sympozia

Milena Lenderová

Die institutionelle vorschulische Erziehung zwischen Caritas und Patriotismus an einem Beispiel aus Hradec Králové/ Königgrätz in den Jahren 1837–1886

S. 158–167 (tschechisch), Resümee S. 169 (deutsch)

Der Beitrag analysiert die Entstehung und Entwicklung des im Jahre 1837 als eine der ersten in Böhmen entstandenen Kinderbewahranstalten in Hradec Králové/Königgrätz. Diese Anstalt sollte die philantropische Idee einer institutionellen Erziehung von Kindern im Vorschulalter verwirklichen. Diesen Gedanken kann man als eine Art von biologischen Macht verstehen: Die jüngste Population sollte diszipliniert und auf den Weg zu einem gesunden und gesellschaftlich nutzbringenden Leben geführt werden. Die Frage, ob die Mutter des Kindes außerhalb des eigenen Hauses arbeitete, war bei der Entstehung der Kinderbewahranstalts sekundär, die Bedeutung dieses Faktors für die Sozialisierung des Kindes haben die Gründer und Propagatoren in ihre überlegungen nicht einbezogen. Die Kinderbewahranstalt in Königgrätz ist auch als ein Produkt der tschechisch-nationalen Agitation entstanden: Bei seiner Einrichtung haben sich außer dem Kreishauptmann J. Reyl auch die Angehörigen der sogenannten Königgrätzer patriotischen Gruppe engagiert. Der Beitrag analysiert den Prozess der Entstehung der Kinderbewahranstalts, die Aufbringung der notwendigen finanziellen Mittel durch verschiedene kulturelle und caritative Veranstaltungen und durch private Spender, dessen Organisation, Unterbringung und die soziale Struktur der Zöglinge. Die erste Entwicklungsetappe der Kinderbewahranstalts endete mit dem Jahre 1851, als sich der Lehrer und pädagogischer Reformator Tomáš Vorbes von ihm getrennt hat. Im Jahre 1858 wurde die Kinderbewahranstalt dank den geistlichen Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau (Notre Dame) erneuert, die ihn gemeinsam mit einer Volksschule für Mädchen geleitet haben. Zur Klientel dieser Kinderbewahranstaltes haben nicht nur die Kinder aus den armen Familien oder die der arbeitenden Mütter gehört, vielmehr wurde die Anstalt, die im Jahre 1885 in den Allgemeinen Volkskindergarten in Königgrätz verwandelt wurde, auch von Kindern der intellektuellen Elite und der Privat- und Staatsbeamten besucht. Die Schwestern haben sich bei der Erziehung der Kinder nach den Besonderheiten des Vorschulalters gerichtet. Sie sind nach den Grundsätzen des Informatorium školy mateřské (Informatorium für die Kindergärten) Komenskýs vorgegangen und haben sich zum Vermächtnis von Heinrich Pestalozzi und sogar von Friedrich Fröbel bekannt.

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