Ladislav Futtera
"Mit einem Sternchen markücher seien dem Leser herzlichst emphohlen." Die Monatschrift Věstník bibliografický als Instrument zur Kultivierung des tschechischen Buchmarkts
Der Beitrag konzentriert sich auf die bibliographische Monatsschrift Věstník bibliografický (Bibliographisches Bulletin, 1869-1876) und ihren direkten Nachfolger, die Zeitschrift Urbánkův věstník bibliografický (Urbáneks bibliographisches Bulletin, 1880-1883). Obwohl das Bibliographische Bulletin von dem großen Verlag Ignác Leopold Kober herausgegeben wurde, übernahm sein Herausgeber František Augustin Urbánek die Rolle eines unabhängigen Schiedsrichters, der sich das Recht aneignete, die Strategien verschiedenen Akteure auf dem Buchmarkt zu bewerten. Anfang der 1880er Jahre lässt sich auf den Seiten von Urbáneks Bibliographischem Bulletin eine Intensivierung der Bemühungen um die Legitimierung dieser Unabhängigkeit feststellen, die mit der Wahrnehmung der Grenzen zwischen Kunstkritik und Verlagswerbung verbunden war. Die Zeitschrift richtete ihre bis dahin breit angelegten Kultivierungsbemühungen gegen sog. „blutige Romane". Die Zeitschrift, die ähnlich gestimmte Äußerungen in anderen Periodika koordinierte und registrierte, wurde so zumindest in diesem Fall zu einem allgemein anerkannten Arbiter auf dem tschechischen Buchmarkt.
Schlüsselwörter: Tschechien – 19. Jahrhundert – Buchmarkt – František Augustin Urbánek – Věstník bibliografický
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