Petr Popelka – Jana Davidová-Glogarová – Jaroslav David
Selfmademan. Soziales Phänomen und künstlerische Figur der Kultur des aufkommenden Kapitalismus
Die Studie befasst sich mit der Konstruktion des Bildes des Unternehmers als Selfmademan in der tschechischen Literatur der zweiten Hälfte des 19. und des beginnenden 20. Jh. In der tschechischen Literatur lassen sich zwei Grundeinstellungen erkennen, die die Figur des Selfmademans prägen. Journalisten und Biographen zeichneten ein eher positives Bild des Selfmademans, das in die Vorstellung vom Unternehmer als Stütze der Volksgemeinschaft mündete. In diesen Fällen haben die Autoren traditionell auf grundlegende konzeptionelle Merkmale zurückgegriffen, die bereits Mitte des 19. Jh. etabliert waren. Die kritische Sicht auf das Phänomen des Selfmademans hing, wie auch im Falle der positiven Bewertung, damit zusammen, dass die Figur des Unternehmers (ob tschechisch, deutsch oder jüdisch) Teil des literarischen nationalen Narrativs wurde. Die negative Darstellung des Unternehmers war in der Regel mit einer Bewertung seines Verhältnisses zu den Arbeitern und seinem sozialen Handeln im Rahmen einer Reflexion über die Kehrseiten der industriellen Moderne verbunden.
Schlüsselwörter: Tschechien – 19. Jahrhundert – Handelsgeschichte – Selfmademan – Unternehmer – der tschechische Roman im 19. Jahrhundert
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